Deutschland, Rheinland-Pfalz: Mainz
MVGmeinRad
Steckbrief | Beschreibung | Startphase
MVGmeinRad (© Stadt Mainz)
Name: |
MVGmeinRad |
Betreibermodell: |
Betreiber ist das kommunale öffentliche Verkehrsunternehmen MVG |
Aufgabenträger: |
Konsortium aus Landeshauptstadt Mainz und Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) als Tochtergesellschaft der Stadtwerke Mainz AG |
Starttermin: |
Frühjahr 2012, seit 31. August 2011 |
Anzahl Fahrräder: |
75 Fahrräder (31. Oktober 2011), geplant sind 960 Räder bis Februar 2012 |
Anzahl Stationen: |
15 Stationen (31. Oktober 2011), geplant sind 120 Stationen bis April 2012 |
Fahrzeug: |
Fahrrad der Firma Simpel |
Merkmale/Typ: |
Ziel ist die Entlastung und Ergänzung des ÖPNV |
Bedienungsgebiet: |
Das überwiegend innerstädtische Verkehrsgebiet der Mainzer Verkehrsgesellschaft mit den drei zu Wiesbaden gehörenden Vororten Amöneburg, Kastel, Kostheim |
Medienkampagne: |
Ab März 2012 |
Zielgruppe: |
Studenten, ÖV-Nutzer |
Tarife: |
Studenten zahlen ab 2013, integriert in das Semesterticket, eine Pauschale von 5 EUR je Semester. Das Tarifmodell sieht eine 30min-Taktung als Zeiteinheit vor. |
Kundenkarten: |
Zeitkartenkunden registrieren sich langfristig über das eTicket des ÖPNV |
Registrierung: |
per Kartenterminal und Touch Screen, per eTicket |
Letzter Stand: |
18. November 2011 |
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© Stadt Mainz |
© Stadt Mainz |
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Das Fahrradverleihsystem MVGmeinRad in Mainz soll zum einen dazu beitragen, den von Studenten stark frequentierten ÖPNV zu entlasten, zum anderen gleichzeitig ÖPNV-Netzlücken, beispielsweise in Gewerbegebieten, zu schließen. Eine Besonderheit liegt darin, dass die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) das Fahrradverleihsystem betreibt. Sie ist unter den Modellprojekten das einzige öffentliche Verkehrsunternehmen, das selbst Betreiber eines solchen Systems ist.
Die Testphase von MVGmeinRad läuft seit Mitte Juli 2011. Es wird im Frühjahr 2012 regulär in Betrieb gehen. Verleihstationen sind im Verkehrsgebiet der MVG sowie in drei zu Wiesbaden gehörenden Vororten vorgesehen. Die ursprünglich als flexibel und mobil geplanten Verleihstationen müssen aufgrund von statischen Anforderungen doch auf Fundamenten befestigt werden. Flexible Stationen werden als kurzfristige Lösung, zur Prüfung der Nachfrage an ausgewählten Orten, aufgestellt. Das Fahrradverleihsystem zeichnet sich zudem durch eigens konstruierte Fahrräder mit stufenloser Gangschaltung aus.
Nutzen kann das System zum Projektstart jeder, der sich bei der MVG registriert. Studenten zahlen eine Pauschale. Die tarifliche Kooperation mit der Hochschule stellt eine weitere Besonderheit des Mainzer Fahrradverleihsystems dar. Zeitkartenkunden werden sich künftig über das eTicket des ÖPNV registrieren können, was die Integration aller Zeitkarteninhaber ermöglicht. Zu einer vollständigen systemischen Integration des Systems in den ÖV – als dritte Säule neben Straßenbahn und Bus – wird neben der tariflichen Integration über das eTicket auch die Einbindung in dasb Fahrgastinformationssystem und in das Kommunikationskonzept der MVG beitragen. Ab März 2012 wird das Verleihsystem in einer umfassenden Medienkampagne in Mainz präsentiert.
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© Stadt Mainz |
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Aufgrund zahlreicher technischer wie organisatorischer Schwierigkeiten konnte das System erst verspätet starten. Die Testphase mit rund 220 Testnutzern, die für Sommer 2011 geplant war, wurde aufgrund von Softwareproblemen auf Ende August 2011 verschoben. Seither läuft bei bis zu 70 Fahrten pro Tag die Technik aufgrund weniger Ausfälle zufriedenstellend. Beta-Tester übernahmen als Multiplikatoren eine wichtige Rolle. Eine große Mehrheit von rund 80 Prozent der Tester bewertet das Fahrradverleihsystem positiv. Die Tester nutzten die Möglichkeit, detaillierte Bewertungen der Nutzerfreundlichkeit aller Systemkomponenten abzugeben. Nachbesserungen wird es etwa in den Bereichen der Menüführung am Terminal sowie der Verhinderung unautorisierter Entnahmemöglichkeit geben. Beta-Tester begrüßten die unterschiedlichen Gepäckträgermodelle wie z.B. Transportgefäße auf dem Gepäckträger oder Koffer. Stationen, die mit Solarstrom betrieben werden, haben sich – auch an ungünstigen Standorten – als voller Erfolg erwiesen. Auch die Leihräder mit stufenloser Gangschaltung gelten als Erfolg.
Obwohl es politisch ein klares Votum für die Einführung des Verleihsystem gab, war der Planungs- und Umsetzungsprozess beim Zusammenwirken von MVG als Betreiber und der Stadt Mainz als Konsortialpartner nicht immer einfach; so stellte sich die Standortsuche – in Abstimmung mit den zuständigen Ämtern – als größtes Problem der Umsetzungsphase dar. Ein externes Planungsbüro ist zur weiteren Koordination der Standortsuche eingebunden.
Die Reaktion der Medien auf das Verleihsystem war in der Tendenz positiv. In der öffentlichen Wahrnehmung wurden insbesondere der Innovationscharakter des Vorhabens und die Integration in den ÖPNV befürwortet. Allerdings wurden auch Zweifel wie etwa im Hinblick auf die Nutzungspotenziale der Zielgruppen oder die Finanzierung des Systems nach Ende der Förderung (und dadurch möglicherweise bedingte Tariferhöhungen im ÖPNV) laut. Grundsätzlich wird die in Teilen als mangelhaft bewertete Radwegeinfrastruktur – bei ansonsten eher günstiger Topographie – als Hemmnisfaktor gesehen.







