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Deutschland, Baden-Württemberg: Stuttgart

e-Call a Bike (DB Rent GmbH)

Steckbrief | Beschreibung | Startphase

e-Call a Bike (© Stadt Stuttgart)


 

nach oben Steckbrief

Name:

e-Call a Bike

Betreibermodell:

DB-Rent GmbH im Auftrag der Stadt Stuttgart

Aufgabenträger:

Stadt Stuttgart

Starttermin:

28. Oktober 2011

Anzahl Fahrräder:

60 Pedelecs – Fahrräder mit Elektrounterstützung (November 2011), geplant sind 100 Pedelcs

Anzahl Stationen:

44 Stationen, davon 10 in Halbhöhenlage; geplant sind 45 Stationen

Merkmale/Typ:

Ziel ist die Integration von Pedelecs zur Erschließung neuer Kundengruppen

Bedienungsgebiet:

Stuttgarter Stadtgebiet mit Halbhöhenlagen sowie Bad Cannstadt

Medienkampagne:

Eröffnungsevent im November 2011

Zielgruppe:

ÖV-Nutzer, Geschäftsreisende, Touristen

Tarife:

Call a Bike Normal-Tarif:*
0,08 EUR pro Minute, 15,00 EUR pro Tag, 60,00 EUR pro Woche

Call a Bike BahnCard-Tarif:*
0,08 EUR pro Minute, 9,00 EUR pro Tag, 45,00 EUR pro Woche

* Die ersten 30 Minuten mit jedem CallBike sind kostenlos, danach fallen die Zeitpreise an (Minute, Tag, Woche).

e-Call a Bike (Pedelecs) Normal-Tarif:
0,12 EUR pro Minute, 22,50 EUR pro Tag, 90,00 EUR pro Woche

e-Call a Bike (Pedelecs) BahnCard-Tarif:
0,12 EUR pro Minute, 13,50 EUR pro Tag, 67,50 EUR pro Woche

Kundenkarten:

Bahn-Card oder VVS-Jahresabonnement

Registrierung:

per Internet, per Telefon/ Mobiltelefon

Letzter Stand:

18. November 2011

© Stadt Stuttgart

 

nach obenBeschreibung

Im Fahrradverleihsystem e-Call a Bike in Stuttgart werden seit 28. Oktober 2011 elektrounterstützte Fahrräder, sogenannte Pedelecs, angeboten. Diese ergänzen das seit 2007 im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart durch die Deutsche Bahn betriebene System Call a Bike. Durch die Erweiterung des Systems um Pedelecs sollen zum einen Gebiete in topographisch anspruchsvoller Lage und zum anderen neue Nutzergruppen wie Berufspendler sowie ältere Bürger erschlossen werden. Das Bedienungsgebiet umfasst 35 Stationen im Stuttgarter Talkessel in den inneren Stadtbezirken Stuttgarts (Mitte, West, Süd, Ost) und jenseits des Neckars in Bad Cannstatt sowie zehn Standorte in den Stadtbezirken.

An den Terminals können sich Kunden registrieren, die Räder ausleihen und zurückgeben. Die Terminals sind mit einer Batterieladefunktion für die Pedelecs und für weitere elektrische Fahrzeuge ausgestattet, so dass auch Elektroroller an den Stationen geladen werden können. Die Neukunden des Stuttgarter Systems benötigen zum Entleihen der Räder eine einmalige Registrierung. Ein Eröffnungsevent bewarb die Erneuerung des Systems.

© Stadt Stuttgart

© Stadt Stuttgart

 

nach oben Startphase

Zur technischen Umsetzung der Pedelecs lagen zum Redaktionsschluss dieser Veröffentlichung keine Ergebnisse vor, da im Rahmen eines Pilotbetriebes vom September 2011 bis zur Eröffnung am 28. Oktober 2011 nur 20 Pedelecs von Testnutzern auf Alltagstauglichkeit getestet werden konnten. Das System wurde in dieser Zeit fortlaufend technisch nachgebessert. Im Vorfeld gab es zahlreiche technische Schwierigkeiten. Es mussten insbesondere geeignete Hard- und Softwarelösungen gefunden werden, was im Folgenden zu Lieferverzögerungen führte. Auch im Hinblick auf die Standortplanung gab es Optimierungsbedarf: Vor der Installation des neuen Systems wurden ca. 20 „alte“, unwirtschaftliche Stationen zurückgebaut und eine Neugliederung der vorhandenen Stationen vorgenommen.

Entgegen den ursprünglichen Planungen wurden aufgrund der Nutzungskonflikte im Innenstadtbereich und aufwändigen Installationen 836 Stellplätze an 45 Ladestationen eingerichtet, an denen neben den herkömmlichen Call a Bikes 100 Pedelecs stationiert sind. Obwohl die beteiligten politischen Akteure der Einführung des neuen Systems zustimmten, folgte bei der Einführung und der Weiterentwicklung des Systems ein langwieriger Abstimmungs- und Planungsprozess – insbesondere mit den Bezirksbeiräten. Auch die Zusammenarbeit der Kooperationspartner Stadt Stuttgart, DB Rent GmbH und (die später aufgenommene) EnBW gestaltete sich schwierig und führte zu Verzögerungen im Planungsprozess. Die in einigen Teilen von Stuttgart fehlende Radwegeinfrastruktur wird vielfach als Hemmnisfaktor gesehen. Die Instrumente zur Integration des Systems in den ÖV sind zum einen das Tarifkonzept, das ÖV-Nutzern bei entsprechender Registrierung Freiminuten einräumt, und zum anderen die Einbindung in die Informationsportale des Betreibers und des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS).

Die Auswertung der Nutzung des bestehenden Call-a-Bike-Systems ergab, dass mit durchschnittlich rund 7.000 Ausleihen pro Monat das seit vier Jahren bestehende System angenommen wird. Die langjährige Beobachtung zeigt, dass die Nutzung stark vom Wetter abhängt – im Juli werden etwa fünf Mal so viele Räder ausgeliehen wie im Januar. 50 Prozent der Ausleihvorgänge dauern maximal 11 Minuten, 92 Prozent der Ausleihvorgänge liegen unter 30 Minuten. Sehr häufig (89 Prozent) werden die Räder für One-Way-Fahrten von einer Station zu einer anderen genutzt. Diese Art der Nutzung könnte auf das relativ dichte Stationsnetz und das recht lange Bestehen des Systems zurückzuführen sein.