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Hamburg: ADFC für Sicherheitsaudit bei StraßenplanungenDer ADFC fordert die Anwendung des Sicherheitsaudits für Hamburg gemäß den Empfehlungen für das Sicherheitsaudit von Straßen unter Beteiligung externer Auditoren. | |
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Quelle: |
http://www.hamburg.adfc.de/sicherheitsaudit am 22.03.2007 |
Vereinfacht gesagt ist das Sicherheitsaudit ein Planungs-TÜV. Das Auditverfahren dient der Beurteilung der Sicherheitsbelange eines Straßenentwurfs.
Wie funktioniert das Sicherheitsaudit?
Das Audit begleitet den gesamten Planungsablauf in allen Phasen von Vorplanung über Vorentwurf und Ausführungsentwurf bis zur Verkehrsfreigabe. Der Auditor wird vom Baulastträger beauftragt. Der Baulastträger (Kommune, vertreten z.B. durch Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt) erhält den Auditbericht vom Auditor.
Worauf kommt es an beim Sicherheitsaudit?
Das Audit wird unter folgenden grundsätzlichen Fragestellungen durchgeführt:
- Ist eine sichere Benutzung der Verkehrsanlage für alle relevanten Verkehrsteilnehmer möglich?
- Ist innerhalb des Entscheidungsrahmens der Regelwerke (z.B. PLAST, ERA, EFA) die im Hinblick auf die Verkehrssicherheit optimale Gestaltung gewählt worden?
- Lassen neue gesicherte Erkenntnisse über Verkehrssicherheit und Straßengestaltung eine andere Entwurfsausbildung angeraten erscheinen?
- Sind die Aufstellflächen für wartende Fußgänger und Radfahrer ausreichend?
- Sind die Belange der Radfahrer beachtet worden (z.B. Radverkehrsführung an Mittelinseln, Engstellen)?
- Sind die Aufstellflächen auf den Inseln groß und breit genug, damit überquerende Radfahrer oder wartende Fußgänger sich dort aufstellen können?
- Ist der gegenseitige Sichtkontakt zwischen Radfahrern und Kraftfahrern gewährleistet?
- Wird der Sichtkontakt Kraftfahrer – Fußgänger – Radfahrer durch Bepflanzungen behindert?
- Entspricht die Lage der Fußgängerfurten den Wunschwegen des Fußgängerverkehrs?
- Sind alle Zufahrten mit Furten ausgestattet?
- Ist die Erkennbarkeit gewährleistet?
- Ist die Wartezeit für Radfahrer angemessen?
- Sind eigene Grünphasen für Fußgänger und Radfahrer erforderlich?
Welche Erfahrungen mit Sicherheitsaudits liegen vor?
Auswertungen im Bundesland Brandenburg belegen: Duch das Sicherheitsaudit festgestellte Planungsdefizite beruhen zu 79% auf der Abweichung von Regelwerken, zu 14% auf nicht beachteten neuen Erkenntnissen, zu 7% auf nicht genutztem Ermessensspielraum des Planers.
Was kostet das Sicherheitsaudit?
Nach bisherigen Erfahrungen liegen die Kosten des Sicherheitsaudits weit unter 1% der Baukosten. Womöglich lassen sich Auditkosten in den Förderrahmen des GVFG aufnehmen.
Warum braucht gerade Hamburg das Sicherheitsaudit?
Nach den Angaben des ADFC werden in Hamburg werden laufend Radverkehrsanlagen gebaut, die nicht funktional und teilweise sogar gefährlich sind. Der ADFC fordert die Anwendung des Sicherheitsaudits für Hamburg gemäß den Empfehlungen für das Sicherheitsaudit von Straßen (ESAS, Ausgabe 2002) unter Beteiligung externer Auditoren.
Weitere Informationen unter: www.hamburg.adfc.de/sicherheitsaudit