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Niederlande: "Meteo-Grün" für Radfahrer bei schlechtem Wetter in Grave

Nicht nur Regen, auch Temperatur und Verkehrsaufkommen fließen in die Verkehrsbeeinflussung ein.

Quelle:

www.verkeerskunde.nl am 04.02.2008

Grave ist eine 13.000 Einwohner zählende Hafenstadt an der Maas, südwestlich von Nimwegen, in der Provinz Nordbrabant.

Radfahrer in Grave bekommen früher Grün bei unbehaglichen Wetterumständen. In diesem Fall handelt es sich um die Kreuzung der N324 mit der örtlichen Trompetterstraat. "Eine tolle Maßnahme für wenig Geld, was will man mehr?", meint der Projektleiter Sjef van Hijfte. Alles hat zusammen - Platzierung der Wetterstation plus Anpassung der Verkehrsbeeinflussungsanlage (VRI) - kaum 3000 Euro gekostet.

Komfort und Sicherheit gehen bei dieser Maßnahme Hand in Hand. Bei Regen oder bei Temperaturen unter 10 Grad wird die Grünfrequenz für Radfahrer im Regelzyklus verdoppelt bis verdreifacht. Wo normalerweise die Wartezeit bis zu einer Minute dauern kann wird nun innerhalb weniger Sekunden die Fahrt freigegeben. Aber nicht nur das: der Zyklus passt sich sogar an das Verkehrsaufkommen an, sodass der durchströmende Autoverkehr nicht ins Stocken gerät.

Unter den Radfahrern, die die betreffende Querung - darunter viele Pendler zwischen Wohnung und Schule - nutzen, ist die Maßnahme nicht unbemerkt geblieben. "Man spürt den Zeitgewinn tagtäglich. Aus einer Vorher-Nachher-Untersuchung geht hervor, dass die Menschen die Maßnahme besonders positiv bewerten", so Projektleiter Van Hijfte.

Laut Van Hijfte ist die Graveser Variante ein landesweites Novum. Zwar hat auch die Gemeinde Oosterhout eine Verkehrsbeinflussungsanlage mit Regensensor in Gebrauch, bei der Radfahrer ebenfalls extra Grün bekommen, dass in Grave aber auch die Temperatur und die Verkehrsintensität in die Regelung einfließen, ist einzigartig.

Nordbrabants Verkehrsdeputierte Cora Steffens bezeichnet das "Projekt Grave" als ein gutes Vorbild dafür wie die Technik der Verkehrssicherheit dienen kann. Nordbrabant strebt an, verkehrssicherste Provinz der Niederlande zu werden. Es wird erwartet, dass extra Grün zu weniger Rotlichtverstößen führt. Nach der weiteren Evaluation der Maßnahme wird entschieden ob "Meteo-Grün" für Radfahrer auch anderswo in der Provinz zur Anwendung kommt.

Aus dem wetterabhängigen Grün soll dauerhaft "Zaubergrün" werden, wenn nach rund fünf Jahren Erfahrung feststeht wie sich die Grünzeitverlängerung auf - von der Verkehrsbeeinflussungsanlage erfasste - Lastkraftwagen auswirkt.

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