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EU-Parlament möchte striktere CO2-Reduktionsziele und mehr Radverkehr

Der Europäische Radfahrerverband ECF begrüßt die Entscheidung und stellt in einem Memorandum weitere Ziele anlässlich der dänischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2012 vor.

Quelle:

ECF - European Cyclist's Federation (www.ecf.com/news/70000-kms-of-non-stop-cycling-routes-and-a-greener-cleaner-future-for-transport/) am 14.01.2012

Nachdem das "Transport & Tourism Committee" (TRAN) des Europäischen Parlaments im Rahmen der Gespräche zum Weißbuch Verkehr für die Aufnahme des "EuroVelo"-Radroutennetzes in das "Trans-European Network for Transport" (TEN-T) gestimmt hatte, wurde diese Empfehlung am 15. Dezember 2011 vom EU-Parlament im Plenum bestätigt.

Das EuroVelo-Radroutennnetz besteht aus 14 Routen, quer über den Kontinent, mit einer Länge von rund 70.000 Kilometern. Beim Trans-European Transport Network (TEN-T) handelt es sich um einen Politikbereich der EU (ec.europa.eu/transport), der auf die Finanzierung grenzüberschreitender europäischer Verkehrsinfrastrukturprojekte ausgerichtet ist.

Der Generalsekretär des Europäischen Radfahrerverbands ECF, Bernhard Ensink, sagte dazu: "Im Jahr 1995 entwickelten wir eine Vision zur Entwicklung eines europäischen Fahrrad-Routen-Netzes, das 2020 fertiggestellt sein sollte. Mit der Entscheidung des EU-Parlaments, EuroVelo in das 'Trans-European Network for Transport' (TEN-T) zu integrieren, hat diese Vision einen großen Schritt hin zu einer Verwirklichung gemacht."

Das Plenum des EU-Parlaments bekräftigte die Aufforderung an die EU-Komission:
  • Entwurf einer Ausschreibung bis 2013 zur Entwicklung von Aktivitäten zur Unterstützung des Fuß- und Radverkehrs speziell in Städten, mit dem Ziel, die Verkehrsanteile dieser Verkehre zu verdoppeln.
  • Entwicklung von Methoden, die dazu geeignet sind, die Zahl der Unfälle bis 2020 zu halbieren, mit besonderem Fokus auf die besonders ungeschützten Verkehrsteilnehmer.
  • Bis 2014 soll ein Papier vorgelegt werden, dass die Internalisierung externer Kosten aller Verkehrsarten des Güter- und Personenverkehrs darlegen soll.
  • Außerdem soll ein Papier vorgelegt werden, wie die "Untersützung (urbaner mobilitäts-) Projekte und Planungen verbessert werden kann, die auf eine nachhaltige Stadtentwicklung ausgelegt sind. Beispielsweise die Ausarbeitung von Plänen für einen effizienteren Personentransport, bessere Güterlogistikketten, mit dem Ziel, das Verkehrsaufkommen, Unfälle, Luftverschmutzung und Lärm zu verringern.

Nachhaltiger Verkehr

Das EU-Palament will außerdem beim europäischen Transportsektor drastische Reduzierungen der CO2-Emissionen um ein Fünftel bis 2020 (ausgehend von 1990) erreichen. Die EU-Komission verfolgt zwar das gleiche Ziel, nimmt aber das Jahr 2008 zur Grundlage. Dieser Unterschied ist wichtig, denn der CO2-Ausstoß nahm zwischen 1990 und 2008 um 35 Prozent zu. Dabei sind sie anderen Emissionen aus Landwirtschaft, Wohngebäuden und Industrie noch gar nicht berücksichtigt.

Während der dänischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2012, möchte der ECF bei seiner Arbeit mit den EU-Institutionen und Mitgliedsstaaten das Thema Radverkehr noch besser auf der politischen Agenda positionieren. Zusammen mit dem dänischen Radfahrerverband DCF, hat der ECF ein Memorandum verfasst, das alle Entscheidungsträger einlädt, die vorgestellten Thesen in ihrer Arbeit zu berücksichtigen:
  1. Das Ziel einer Verkehrsverlagerung im Blick behalten
  2. Steigerung der Investitionen in die Fahrradinfrastruktur
  3. Entwurf einer EU-Vernetzungsstrategie für den gesamten nichtmotorisierten Verkehr
  4. Aufnahme des "EuroVelo"-Radroutennetzes in das "Trans-European Network for Transport" (TEN-T)
  5. Weiterentwicklung von 'Sustainable Urban Mobility Plans' (SUMPs)
  6. Aufnahme des Radverkehrs in die EU-Berechnungsmodelle zur Internalisierung externer Verkehrskosten

Zur Original-ECF-Mitteilung

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Siehe auch Meldung im Fahrradportal vom 25.11.2011