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Nordrhein-Westfalen: Regionalverband Ruhr baut regionales Radwegenetz auf 850 Kilometer ausDie geplanten Neubaustrecken in der "Metropole Rad" sollen vor allem fehlende Nord-Süd-Verbindungen schaffen und Lücken im vorhandenen Angebot schließen. Wo es möglich ist, wird der Verband auf alte, brachliegende Bahntrassen zurückgreifen. | |
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Quelle: |
Regionalverband Ruhr (www.metropoleruhr.de) am 07.06.2012 |
Die Planungen zum Ausbau der Radinfrastruktur in der Metropole Ruhr bis zum Jahr 2022 sind im neuen Entwurf zum Regionalen Radwegenetz festgehalten. "Mit diesem Ausbauprogramm bauen wir die Metropole Rad weiter", so Martin Tönnes, Bereichsleiter Planung beim Regionalverband Ruhr. "Dieses mit den Städten und Kreisen eng abgestimmte Programm ist unsere ruhrgebietsweite Grundlage der Umsetzung für Planung, Grunderwerb, Bau, Qualifizierung und Vermarktung der regionalen Radinfrastruktur. Neben der regionalen Bedeutung ist jedes einzelne Projekt gleichzeitig auch eine Maßnahme zur Stärkung des innerstädtischen Radverkehrs."
Erste Projekte sind realsiert - andere im Bau oder in Planung
Der mittelfristige Ausbau umfasst mehr als 25 einzelne Projekte im gesamten Ruhrgebiet. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf knapp 110 Millionen Euro. Davon sind bereits 20 Millionen Euro verbaut und realisiert, zum Beispiel in den Leinpfad als Teil des Ruhrtal-Radweges zwischen Mülheim und Essen-Kettwig. Insgesamt hat der Regionalverband Ruhr in den zurückliegenden vier Jahren mehr als 40 Kilometer regionale Radwege fertiggestellt.
Rund 90 Millionen Euro sollen künftig in Projekte investiert werden, die derzeit in Planung oder bereits im Bau sind. Dazu zählen unter anderem die Strecke Hoheward-Westerholt im Kreis Recklinghausen oder die ehemalige Rheinische Bahn von Duisburg bis Essen.
Die Bauausführung übernimmt jeweils der RVR-Eigenbetrieb RVR Ruhr Grün. Die Mittel für den Bau der Radinfrastruktur wirbt der Regionalverband Ruhr über Landesförderprogramme wie das Ökologieprogramm Emscher-Lippe oder den Kommunalen Radwegebau ein. Auch europäische Fördermittel fließen in die Projekte. Die Eigenanteile von durchschnittlich 20 Prozent finanziert der RVR. Somit erfolgt die Trägerschaft für den Bau sämtlicher Projekte durch den RVR. Für den Ausbau der regionalen Radwegeinfrastruktur sind zusätzliche kommunale Finanzmittel nicht erforderlich.
"Spannende und die Städte verbindende Projekte wie zum Beispiel die Rheinische Bahn zeigen, dass das regionale Radwegenetz längst keine Vision mehr, sondern Realität im Ruhrgebiet ist", sagt Ulrich Carow, Bereichsleiter Umwelt beim RVR. "Durch die nun vorgelegte Konzeption gibt es erstmals einen in der Region abgestimmten Fahrplan für den Ausbau des Netzes in den nächsten fünf bis zehn Jahren." Mit einem Gesamtvolumen von rund 37 Millionen Euro ist die Rheinische Bahn das größte Einzelprojekt. Bis zum Jahr 2015 sollen entlang der ehemaligen Bahntrasse die Innenstädte und Universitätsstandorte der Städte Essen, Mülheim und Duisburg per Rad miteinander verbunden werden
Die vorhandene Infrastruktur soll mit der Konzeption zum regionalen Radwegenetz auch qualitativ gesichert werden, um die Strecken für den Alltagsverkehr zu nutzen und diese touristisch vermarkten zu können. Das Konzept wird am 25. Juni der RVR-Verbandsversammlung zur Beratung und Beschlussfassung vorgestellt.
Ausgewählte Beispiele aus dem regionalen Radwegenetz der Metropole Ruhr
Rheinische Bahn
Der Regionalverband Ruhr (RVR) baut die ehemalige Güterbahntrasse "Rheinische Bahn" Schritt für Schritt zu einem 21 Kilometer langen Rad- und Wanderweg vom Essener Universitätsgelände bis zum Rheinpark in Duisburg aus. Der erste Abschnitt von der Segerothstraße in Essen bis zur Mülheimer Stadtgrenze ist bereits fertig gestellt und im Juni 2010 eröffnet worden. Aktuell realisiert der RVR den Anschluss zum Bahnhof Essen-Borbeck und wird demnächst den Radweg an die Grugabahn anbinden.
Die Kosten für die ersten Baumaßnahmen belaufen sich auf neun Millionen Euro. Neben dem Wegebau wurden eine Brücke neu gebaut und weitere sieben Brücken saniert. Das Land Nordrhein-Westfalen und die EU hat das Projekt im Rahmen des Ökologieprogramms Emscher-Lippe (ÖPEL) zu achtzig Prozent gefördert. Weitere zwanzig Prozent sind Eigenmittel des RVR. Die Planungen und Abstimmungen mit der Deutschen Bahn für die nächsten Bauabschnitte auf Duisburger und Mülheimer Stadtgebiet laufen.
Springorum Radweg
Die Nord-Süd-Route im Zentrum der Metropole Ruhr vom Rhein-Herne-Kanal bis zur Ruhr will der RVR Schritt für Schritt realisieren. Dazu baut er die neun Kilometer lange Springorumtrasse in Bochum zum Rad- und Wanderweg aus. Sie verläuft von der Innenstadt über Weitmar bis nach Dahlhausen.
In vier Bauabschnitten wird der Bochumer Zubringer zum Ruhrtalradweg erschlossen und voraussichtlich ab Herbst 2015 komplett befahrbar sein. Die Baumaßnahme hat im Dezember 2011 mit der rund zwei Kilometer langen Strecke von der Goerdt- bis zur Wiemelhauserstraße begonnen. Da der Abschnitt auch als Schulweg genutzt werden soll, wird der erste Bauabschnitt zur Sicherheit der Kinder und Jugendlichen komplett asphaltiert und durchgehend beleuchtet.
Die Baukosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Baumaßnahme zu 75 Prozent aus Mitteln des kommunalen Radwegebaus. Die verbleibenden 25 Prozent sind Eigenmittel des RVR. Der erste Abschnitt ist voraussichtlich im Herbst 2012 fertig gestellt.
Von Ruhr zur Ruhr / Tunnel Schee
Der 55 Kilometer lange Rundkurs "Von Ruhr zur Ruhr" verbindet auf ehemaligen Bahntrassen die Städte Hattingen, Sprockhövel, Gevelsberg, Wetter und Witten miteinander. Zu 80 Prozent ist der Rundweg fertiggestellt. Noch eine Lücke zwischen Gevelsberg-Silschede und Wetter-Wengern weist der Radweg durch das Bergische Land und entlang der Ruhr auf. Hier hat der RVR übergangsweise eine Ausweichstrecke ausgeschildert. Der Landesbetrieb "Straßen NRW" will diese Lücke schließen. Mit Anschluss an den Ruhrtalradweg an der Nierenhofer Straße in Hattingen ist der Radweg seit Oktober 2011 durchgängig befahrbar.
Darüber hinaus kann der Rundkurs mit der Öffnung des Tunnels Schee in Sprockhövel an die Nordbahntrasse in Wuppertal und damit an die Radrouten des Bergischen Trassenverbundes bis ins Rheinland angebunden werden. Der RVR will sich mit 250.000 Euro am Ausbau des Tunnels Schee beteiligen. Zudem wird der Verband die 1,2 Kilometer lange Verbindung vom Radweg "Von Ruhr zur Ruhr" in Sprockhövel zum Nordportal des Tunnels realisieren. Die Kosten belaufen sich auf 330.000 Euro. Für beide Baumaßnahmen sind Fördermittel aus dem kommunalen Radwegeprogramm in Höhe von 75 Prozent beim Land Nordrhein-Westfalen beantragt. Die verbleibenden 25 Prozent wären Eigenmittel des RVR.
Hoheward – Westerholt
Der RVR hat im April 2012 begonnen, die ehemalige Bahntrasse zwischen den Zechen Ewald, Schlägel & Eisen und Westerholt zum attraktiven Rad- und Wanderweg auszubauen. Die 9,5 Kilometer lange Strecke verläuft sichelförmig vom Landschaftspark Hoheward durch die Ortsteile der Städte Herten und Recklinghausen wie Stuckenbusch, Hochlar, Disteln und Langenbochum, vorbei am alten Zechengelände Schlägel & Eisen bis zum Zentrum von Westerholt. Anschluss findet die Trasse im Süden an den Emscherpark Radweg.
Die Eröffnung des Weges ist für den Spätsommer 2013 vorgesehen. Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro. Das Projekt wird gefördert durch die EU zu 50 Prozent und durch das Land NRW zu 30 Prozent. Die verbleibenden 20 Prozent sind Eigenmittel des RVR. Geplant ist eine Weiterführung von Westerholt nach Gelsenkirchen-Hassel.
Gartenstadtweg
Noch auf dem Zeichentisch liegen die Pläne zum Ausbau einer alten Eisenbahntrasse zwischen dem Entwicklungsstandort Phoenix in Hörde und dem ehemaligen Gelände der Westfalenhütte im Dortmunder Norden. Der 5,3 Kilometer lange Nord-/ Süd-Route soll die Stadtteile Phoenix, Gartenstadt und Körne an das regionale Radwegenetz anbinden.
Die Qualifizierung des Projektes soll im April 2013 abgeschlossen sein. Der Beginn der Baumaßnahme ist für Herbst 2013 und die Fertigstellung für Ende 2015 geplant. Die Baukosten werden auf etwa 14 Millionen Euro geschätzt, da aufwändige Brückenarbeiten zu leisten sind.
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