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Kanada: Velo-city-Konferenz in Vancouver - Ermutigende Beispiele aus der ganzen Welt

Bürgermeister Robertson aus Vancouver, der Stadt mit der höchsten Lebensqualität Nordamerikas, und ECF-Präsident Manfred Neun eröffneten am 26.6.2012 vor rund 1000 Teilnehmern die erste globale Velocity-Konferenz außerhalb Europas.

Quelle:

bracher / velo-city2012.com am 27.06.2012

Für Vancouvers Bürgermeister Gregor Robertson hat die seit einigen Jahren sehr engagierte Förderung des Radverkehrs maßgeblich zur Auszeichnung Vancouvers als Stadt mit der höchsten Lebensqualität Nordamerikas Früchte getragen. Wie in vielen anderen Städten in wirtschaftsstarken Ländern sinkt auch in Vancouver die innerstädtische Autonutzung. Mit seiner Strategie, den bislang dominierenden Anteil des Autoverkehrs an der Verkehrsmittelwahl bis 2020 auf 50 Prozent aller Wege zu reduzieren, und bis 2040 auf ein Drittel zurückzudrängen, und stattdessen den Radverkehr, die öffentlichen Verkehrsmittel und das Zufußgehen zu steigern, ist Vancouver Vorbild für Nordamerika.

ECF-Präsident Manfred Neun verwies darauf, dass das Fahrrad für die städtischen Verkehrsprobleme auf der ganzen Welt angesichts der Klima-, Umwelt- und Energieprobleme die offensichtliche Lösung sei. Er rief die Teilnehmer zu "Leadership" auf, und politisch aktiv für den Radverkehr einzutreten. Der ECF habe sich entsprechend zuletzt im Mai auf dem Internationalen Verkehrsforum ITF der OECD in Leipzig, im Juni in New York gegenüber dem Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki Mun, und mit Unterstützung der Stadt München, Mitglied im ECF-Netz "Cities for Cyclists", kürzlich auch auf der Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 deutlich gemacht. Alle für die nachhaltige Entwicklung aktiven gesellschaftlichen Kräfte müssten den Radverkehr endlich ernst nehmen. So fordere der ECF für den Radverehr den Flächenanteil auf den Straßen, der seinem Verkehrsanteil entspreche.

In einer mit stehendem Applaus begrüßten Rede von Gil Penalosa, dem Geschäftsführer von "8-80 cities" und früherem Bürgermeister von Bogota, wurde deutlich, dass bereits eine ganze Reihe der gemeinsam vom Autoverkehr geplagten Städte aus reichen, aufstrebenden und armen Ländern den Radverkehr als nachhaltiges Verkehrsmittel erkennen. Er würdigte den Bau von Fahrradinfrastruktur als Respekt vor den Menschen. Verkehrsplanung werde nicht nur für 35-50jährige sportliche Männer gemacht, sondern müsse auch von 8jährigen und mit 80 Jahren sicher befahrbar sein. Zufußgehen, Radfahren, öffentliche Verkehrsmittel und öffentlicher Raum gehören zusammen, um Städte lebenswert zu machen.

Für Nancy Oltwiler, Vorstand des örtlichen Verkehrsbetriebs Translink, gehören Radverkehr und öffentliche Verkehrsmittel zusammen – in Vancouver sei die im normalen Fahrpreis enthaltene Fahrradmitnahme mit allen Bussen, Stadtbahnen und Fähren selbstverständlich. Und was die Energiebilanz angeht, sei das (mit erneuerbarer menschlicher Energie angetriebene) Fahrrad unschlagbar: "Energy comes from people, not only from fossile fuels".

Auf der VELO-CITY GLOBAL 2012 tauschen sich vom 26.-30.06.2012 rund 200 Referenten und Podiumsteilnehmer zum Stand von Radverkehrsforschung und Verkehrswissenschaft aus.

Weitere Informationen: www.velo-city2012.com