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Schweiz: Erfahrungen mit Dauerzählstellen des Fahrradverkehrs

In einem Praxisbeispiel der "Plattform für zukunftsorientierte Mobilität - Mobilservice.ch" stehen die Erfahrungen mit den Permanentzählungen in Zürich sowie im Radfernwegenetz VelolandSchweiz im Fokus.

Quelle:

Mobilservice.ch am 09.07.2012

Hintergrund

An Permanentzählstellen erhobene Radverkehrsdaten liefern wichtige Datengrundlagen, beispielsweise für die Verkehrsplanung, zur Evaluation von Maßahmen, für politische Entscheidungsprozesse und für eine fundierte Öffentlichkeitsarbeit. In den meisten Kommunen ist die Datenlage zum Radverkehrsaufkommen sehr dünn. Allenfalls werden für bestimmte Fragestellungen punktuelle, projektspezifische Kurzzeitzählungen durchgeführt. Kontinuierliche Datenerhebungen ermöglichen jedoch eine detaillierte und langfristige Analyse des Fahrradverkehrs mit Aussagen zu Umfang und Entwicklung sowie seiner Charakteristiken und den Einflussfaktoren. Was beim motorisierten Verkehr längst Standard ist, etabliert sich in zunehmendem Maße auch beim Fuß- und Radverkehr.

Zentrale Fragen

Zentrale Fragen sind dabei: Wie hoch ist das Radverkehrsaufkommen an den verschiedenen Standorten? Bewirken die Maßnahmen zur Förderung des Fahrradverkehrs die beabsichtigten Nutzungssteigerungen? Wie verlaufen die Ganglinien und was sind maßgebende Einflüsse auf das Aufkommen? Deckt die vorhandene Infrastruktur die Bedürfnisse des Fahrradverkehrs ab? Wie stark wird der Fahrradverkehr durch Sonderereignisse wie eine Baustelle oder bestimmte Feiertage beeinträchtigt? Mit welchem Aufkommen ist in den kalten Monaten zu rechnen und wie ist dies im Winterdienst zu berücksichtigen? Wird eine Route vorwiegend von Pendlern befahren oder ist sie auch für Freizeitfahrten attraktiv? Wie groß ist der Einfluss des Wetters oder der Jahreszeit auf den Veloverkehr? Fundierte Daten liefern also einen wichtigen Beitrag zur gezielten Fahrradförderung.

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Beispiel Stadt Zürich

Jeder zweite Radfahrende in der Stadt Zürich bleibt auch im Winter seinem Verkehrsmittel treu. Dies zeigen erste Auswertungen der an den Zürcher Permanentzählstellen gesammelten Daten. Seit 2011 werden die Werte von 9 der insgesamt 10 geplanten Zählstellen systematisch ausgewertet. Im Jahr 2011 wurden ganzjährig mehr als 2.6 Millionen Velofahrten gezählt. Je nach Zählstelle lassen sich tageszeitliche Spitzen beobachten, die jenen anderer Verkehrsmittel (MIV, ÖV) gleichen. An solchen Zählstellen werden die meisten Velofahrten typischerweise dienstags registriert, an anderen Zählstellen sind Freizeitfahrten dominierend, was sich in nachfrageintensiven Nutzungen vor allem am Wochenende zeigt.

Die automatische Radverkehrszählung ist integraler Bestandteil des Erhebungskonzepts zur Messung des Veloverkehrs in der Stadt Zürich. Die Daten werden fortlaufend ausgewertet und zum Aufzeigen von Entwicklungen und dem Ableiten von Einflussfaktoren (wie Jahreszeit, Wetter oder Sonderereignissen) eingesetzt. Bevor Ende 2009 die erste Permanentzählstelle in Betrieb ging, waren detaillierte Vorbereitungen notwendig, die eine Evaluation von Zählsystemen und ein Konzept zur Standortwahl umfassten. Charakteristik des Zürcher Radverkehrs ist, dass er überwiegend mit dem motorisierten Verkehr auf den gleichen Verkehrsflächen geführt wird. Es wurde daher darauf geachtet, dass das evaluierte Zählsystem zuverlässig, und mit hoher Genauigkeit Velofahrten erfasst und andere Verkehrsmodi herausfiltert. Nach einem mehrmonatigen Vergleichstest zwischen einem Radarsystem und Induktionsschlaufen fiel die Wahl auf das als vorteilhaft evaluierte Schlaufensystem.

Weitere Informationen: Tiefbau- und Entsorgungsdepartement - Veloverkehr
Termin (Informationsveranstaltung am 26. Juli 2012): Statistik um 12: Veloverkehr in der Stadt Zürich

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Beispiel Veloland Schweiz

Die Stiftung SchweizMobil erfasst landesweit die Benutzung der VelolandSchweiz-Routen und hat dazu mittlerweile 18 Zählanlagen in Betrieb. Rund 1.4 Millionen Radfahrer wurden damit 2010 ganzjährig gezählt. Neben tageszeitlichen Spitzen (Nachmittag) lassen sich deutliche Saisonzeiten (Juli und August) aus den Daten bestimmen sowie eine Gesamtfahrleistung von rund 230 Millionen Fahrradkilometern ermitteln. Die Veloverkehrszahlen werden in regelmäßigen Ergebnisberichten erläutert und dabei auch in einen wirtschaftlichen Kontext gestellt: So lässt sich auf dem Routennetz von Veloland Schweiz ein Jahresumsatz von rund 133 Millionen CHF (~ 110 Millionen Euro) auf Tagesgäste und Mehrtagesreisende zurückführen.

VelolandSchweiz wählte ein Radarsystem, welches den die Zählstellen passierenden Fahrradverkehr auf den überwiegend separat vom motorisierten Verkehr verlaufenden Veloland-Routen sehr gut identifizieren und vom Fußverkehr sowie von fahrzeugähnlichen Geräten unterscheiden kann.

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Quelle und weitere Informationen (Übersicht, Dokumente, Beschreibung, Profil, Wirkung, Werkzeuge, Bildergalerie, Umwelt und Energie): Mobilservice-Praxisbeispiel "Permanentzählungen des Veloverkehrs"