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Österreich: Salzburg (147.000 Einwohner)

Mobipark - Radständer

Mobile und klappbare Fahrradbügel für Großveranstaltungen

EM-Radständer am Rudolfskai

EM-Radständer am Rudolfskai
(Copyright: Stadt Salzburg)


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  • Fahrradparken

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Ausland

nach oben Projektbeschreibung

1. Ausgangssituation, Projektidee und –ziele


Salzburg ist eine kleine Stadt mit 147.000 Einwohnern. Der Radverkehrsanteil liegt je nach Berechnungsmethode zwischen 15 und 20% Anteil am Gesamtverkehr. Salzburg liegt damit an der Spitze der österreichischen Landeshauptstädte. Besonders im Stadtzentrum ist der Radverkehrsanteil hoch (z.B. kommen ca. 35% zum Einkaufen mit dem Rad).
Im Zentrum stehen auf öffentlichen Flächen ca. 6.000 Radständer zur Verfügung. Im Sommer besteht jedoch während der Festspielzeit und wenn große Veranstaltungen stattfinden, ein Bedarf für Radabstellplätze, der das Angebot bei weitem übersteigt. Das Chaos mit den wild abgestellten Rädern bei größeren Veranstaltungen war Auslöser für die Projektidee, den Veranstaltern einen speziellen Radständer kostengünstig (ev. nur Transportkosten) anzubieten.
Das Ziel ist die Förderung des Fahrrades als Zubringer zu Veranstaltungen. Außerdem sollen durch ein ausreichendes Ständerangebot Radfahrer auf die dafür vorgesehenen Flächen geleitet und Behinderungen durch wild geparkte Räder vermieden werden.
Es wäre auch denkbar, im Zuge der Veranstaltungsbewilligung die Aufstellung einer ausreichenden Zahl von Radständern vorzuschreiben, um die chaotischen Zustände zu vermeiden.

2. Durchführung


In Zusammenarbeit mit der Fa. Technometall wurde bereits 2004 ein Prototyp gebaut (siehe Bild 1). Eine Serienfertigung wurde aus finanziellen Gründen zurückgestellt.
Die Fußball Europameisterschaft 2008 (EM 08) war Anlass, das Projekt umzusetzen. Der Prototyp wurde im Frühjahr 2008 den politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit vorgestellt und sehr positiv aufgenommen.
Danach erfolgte die Ausschreibung für die Lieferung von Radständern für 1500 Fahrräder, aus der die Fa. Innovametall aus Linz als Billigstbieter hervorging. Während der Herstellung konnte noch die Stabilität verbessert werden (siehe Bild 2+3+4). Die Lieferung, je Einheit mit drei bzw. vier Metallbügel, erfolgte rechtzeitig vor der Eröffnung der EM 08. Die Radständer wurden hauptsächlich entlang des Hauptradweges am Salzachufer (siehe Bild 5) in der Nähe der Fanzone aufgestellt und waren während der Spiele zu 100% ausgelastet (siehe Bild 6). Aus Gründen der Vandalismusgefahr wurden die einzelnen Radständereinheiten mit Ketten zusammengehängt.
Das Angebot der EM-Radständer wurde von den Fußballfans sehr positiv aufgenommen. Nach der EM 08 wurde ein Teil der Ständer wieder eingelagert und ein Teil beim Festspielhaus aufgestellt.
Durch persönliche Benutzung und Beobachtung durch den Radverkehrskoordinator und durch Rückmeldungen von Nutzern -hauptsächlich Magistratsmitarbeitern- wurde die praktische Anwendbarkeit überprüft. In der Praxis haben sich folgende Probleme/Verbesserungen ergeben:
  • Die Radständer wurden teilweise verschoben, da die Kettenverbindung nicht stabil war. Lösung: In Zusammenarbeit mit der Fa. Innovametall / Linz wurden Verbindungstücke (siehe Bild 7 + 8) hergestellt, damit die Einheiten zu größeren Reihenanlagen fixiert werden können.
  • Bei längerer Aufstelldauer empfiehlt es sich, die Reihen mit zwei Schrauben oder mit Gewichten an Anfang und Ende gegen Verschieben zu fixieren.
  • Um den An- und Abtransport und die Lagerung noch einfacher und platzsparender zu machen, wurden eigene Transportgestelle gebaut (Bild 9), die übereinander gestapelt werden können.

3. Aktueller Stand und Ausblick


In Zukunft werden die Ständer bei großen Veranstaltungen (Festspiele, Rupertikirtag, Linzergassenfest etc.) eingesetzt. Bei Bedarf können die Ständer an andere private oder öffentliche Veranstalter bzw. andere Städte und Gemeinden verliehen werden. Sinnvoll wäre, ähnlich wie bei den Absperrgittern für Veranstaltungen auch für Mobipark - Radständer zentrale Lager anzulegen und die Ständer kostenlos für Veranstalter zur Verfügung zu stellen.

Ing. Peter Weiss, Radverkehrskoordinator der Stadt Salzburg

Alle Abbildungen zu diesem Beitrag

stabilere Weiterentwicklung (zusammengeklappt)der Fa. Innovametall Radständer

stabilere Weiterentwicklung (zusammengeklappt)der Fa. Innovametall Radständer
(Copyright: Stadt Salzburg)

Klappbarer Radständer: schräg aufgestellt

Klappbarer Radständer: schräg aufgestellt
(Copyright: Stadt Salzburg)

Klappbarer Radständer: 90°-Aufstellung

Klappbarer Radständer: 90°-Aufstellung
(Copyright: Stadt Salzburg)

Prototyp Fa. Technometall

Prototyp Fa. Technometall
(Copyright: Fa. Technometall, Linz)

weitere Abbildungen

nach oben Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Die Mobipark - Radständer tragen zur Imagesteigerung des Radverkehrs bei und sollen den Umstieg auf das Fahrrad fördern. Ihre Existenz ist Ausdruck die Wertschätzung der Stadt / des Veranstalters gegenüber der radfahrenden Bevölkerung. Sie erleichtern auf praktische Weise das Leben der RadfahrerInnen und tragen zur Diebstahlsicherheit bei. Der Einsatzbereich beschränkt sich nicht auf Veranstaltungen in Innenstädten. Auch bei Zeltfesten, sind sie ideale Standorte. Folgende Vorteile zeichnen den Radständer aus:

  • Klappbar, daher platzsparend transportierbar und einlagerbar, mit Transportgestell stapelbar (3 bis 4-fach übereinander), daher geringer Lagerflächenbedarf, 2-fach stapelbar beim Transport auf LKW
  • Fördert die Diebstahlsicherheit bei Veranstaltungen, da das Rad mit dem Rahmen befestigt werden kann
  • Wenig Personal- und Zeitaufwand bei Aufstellung und Abtransport
  • Niedrige laufende Kosten

nach oben Zielgruppe

  • Politik / Öffentliche Hand
  • Sonstige

Erläuterungen

Veranstalter

nach oben Finanzierung

Investition

  • Betrag: 50 Euro pro Rad / 100 Euro pro Bügel
  • Bundesmittel, Kommunale Mittel

Laufende Kosten

  • Betrag: Transportkosten, Abnützung
  • Kommunale Mittel, Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)

Erläuterungen

Die Kosten für die Anschaffung der Radständer für 1.500 Räder lagen bei ca. 75.000 Euro (50 Euro pro Abstellplatz) und wurden 2008 zur Gänze von der Stadt Salzburg getragen.
Für das Projekt wurde beim Umweltministerium um Förderung angesucht.

nach oben Evaluation

Das Projekt wird evaluiert, bzw. eine Evaluation ist geplant: Ja Ja    Nein Nein

Erläuterungen

Eine Evaluierung erfolgte durch Direktbefragung der Nutzer und der Wartungsbeauftragten.

nach oben Projektträger / Projektbeteiligte

Projektträgerschaft

  • Kommunal: Kreisfreie Stadt

Projektträger

Stadt Salzburg, Mag. Abt. 6/00 Baudirektion - Radverkehrskoordination

Projektbeteiligte

Fa. Technometall/Wels, Fa. Innovametall, Linz

nach oben Laufzeit

   Dauermaßnahme

Laufend seit: 2002

Abgeschlossen am: 2008

nach oben Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation

nach oben Ansprechpartner

Projektebene / Trägerorganisation

Radverkehrskoordinator
Peter Weiss
Magistrat Salzburg
Mag. Abt. 6/00 - Baudirektion
Faberstraße 11, PF 63
A-5020 Salzburg
Telefon: +43(0)662/8072-2735
Telefax: +43(0)662/8072-2086
E-mail: peter.weiss@stadt-salzburg.at
WWW: www.stadt-salzburg.at/internet...

nach oben Stand der Information

11.11.2008