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Denkanstöße auf dem Weg zur "Vision Zero"

DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2020 – Mobilität auf zwei Rädern

DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2020 – Mobilität auf zwei Rädern
DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2020 – Mobilität auf zwei Rädern © DEKRA Automobil GmbH (dekra-roadsafety.com)

DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2020 – Mobilität auf zwei Rädern – Denkanstöße auf dem Weg zur "Vision Zero"

Wie die DEKRA Verkehrssicherheitsreports der vergangenen Jahre soll auch die vorliegende Publikation "Mobilität auf zwei Rädern" in erster Linie Denkanstöße für alle betreiligten Akteur*innen liefern. Besprochen werden unter anderem die Fortbewegung mit E-Scootern, Pedelecs, Lastenfahrrrädern (mit Kindern) und damit verbundene Sicherheitsaspekte. Großen Raum nehmen in der vorliegenden Broschüre die motorisierten Zweiräder ein. Themenkomplexe sind das Unfallgeschehen, der Faktor Mensch sowie Technik und Infrastruktur.

Im Fazit heißt es unter anderem: Nach der vom International Transport Forum 2019 veröffentlichte Studie "Road Safety in European Cities – Performance Indicators and Governance Solutions" ist, bezogen auf eine Million zurückgelegter Kilometer, das Fahren eines motorisierten Zweirads mit mehr als viermal so vielen Todesfällen verbunden wie das Radfahren. Eine wichtige Grundlage für alle Maßnahmen – das zeigt auch dieser Report wieder ganz deutlich – sind zunächst einmal detaillierte und einheitliche Statistiken, die laut DEKRA immer noch nicht harminisiert und detailreich genug sind. Um für weniger Unfälle ungeschützter Verkehrsteilnehmer zu sorgen, bieten sich eine ganze Reihe von fahrzeugtechnischen Maßnahmen unter anderem an Kfz an. Erhebliches Optimierungspotenzial wird bei der Straßeninfrastruktur in der Entschärfung von Gefahrenstellen, der Instandhaltung von Straßenausstattungen, der Geschwindigkeitsüberwachung an Unfallbrennpunkten und beim Ausbau von Radwegen gesehen.

Die DEKRA Forderungen:

  • Nutzer von motorisierten und nicht motorisierten Zweirädern sollten immer einen geeigneten Helm tragen – unabhängig davon, ob er im jeweiligen Rechtsrahmen vorgeschrieben ist oder nicht.
  • Alle Zweirad-Nutzer sollten sich bewusst machen, wie wichtig aktive und passive Beleuchtungseinrichtungen für ihre Sicherheit sind.
  • Für ein besseres Miteinander sollten alle Verkehrsteilnehmer über die geltenden Regeln im Zusammenhang mit dem Fahrradverkehr aufgeklärt werden.
  • Im Grundschulalter sollten Kinder eine Fahrradausbildung durchlaufen, um grundlegende Verkehrsregeln möglichst früh zu erlernen.
  • Spezialisierte Fahrradstaffeln der Polizei sollten beim Überwachen der Einhaltung von Verkehrsregeln stets auch die Vorschriftsmäßigkeit beziehungsweise Auffälligkeiten an den Bikes im Fokus haben.
  • Periodische Fahrzeugüberwachung auch für Motorräder sollte – nicht nur in Europa – Standard werden.
  • Motorrad-ABS sollte weitere Verbreitung fnden – gegebenenfalls auch durch eine Ausrüstungsvorschrift für kleinere Krafträder.
  • Software-Manipulationen an Pedelecs sollten weiter erschwert und konsequent geahndet werden.
  • Neu gekaufte Pedelecs sollten über einen "Learner"-Modus verfügen. So könnte der Nutzer freiwillig die Unterstützungsleistung drosseln (lassen), um sich "langsam" mit dem Fahrzeug vertraut zu machen.
  • S-Pedelecs sollten serienmäßig mit ABS ausgerüstet werden.
  • Fahrräder und E-Scooter in Verleihsystemen sollten regelmäßig und unabhängig auf ihre technische Sicherheit hin untersucht werden.
  • Vermieter von Fahrrädern und E-Scootern sollten Wege fnden, die es den Nutzern ermöglichen, einen geeigneten Helm zu tragen.
  • Vermieter von E-Scootern sollten ihre Nutzer nachhaltig im sicheren Umgang mit den Fahrzeugen schulen – etwa durch ein Tutorial.
  • Nutzer von E-Scootern sollten vor der erstmaligen Teilnahme am Straßenverkehr den sicheren Umgang mit dem Fahrzeug unter kontrollierten Bedingungen üben.
  • Auch für die Nutzung von E-Scootern sollten strenge Alkoholgrenzen gelten und deren Einhaltung sollte dann auch überwacht werden.
  • Die Infrastruktur sollte für alle Verkehrsteilnehmer ausgebaut und erhalten werden. Für die Sicherheit von Radfahrern ist insbesondere auch die Instandhaltung von Radwegen entscheidend.
  • Radverkehrs-Infrastruktur sollte auch bei winterlichen Wetterbedingungen nutzbar sein. Das setzt entsprechende Räum- und Streukonzepte voraus.
  • Die Forschung zu wichtigen Zweirad-Themen sollte intensiviert werden. Neue Ideen für die Verkehrssicherheit sollten gründlich evaluiert und bei positivem Ergebnis zügig zugelassen werden.
  • Für neue Mobilitätskonzepte sollte auf der Grundlage entsprechender Studien frühestmöglich ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, um gefährlichen Wildwuchs zu verhindern.

Inhalt des 84 Seiten umfassenden Reports:

  • Editorial: Mehr Partnerschaft und Rücksichtnahme
  • Grußwort (Scheuer): Ganzheitlicher Ansatz
  • Einleitung: Mobil auf zwei Rädern
  • Unfallgeschehen: Zweiradfahrer haben ein besonders hohes Unfallrisiko
  • Unfallbeispiele/Crashtest: Markante Unfallbeispiele im Detail
  • Faktor Mensch: Fehlverhalten ist größter Risikofaktor
  • Technik: Fehler möglichst effektiv kompensieren
  • Infrastruktur: Sichere Straßen sind das A und O für weniger Zweiradunfälle
  • Fazit: Sicher unterwegs auf zwei Rädern

Weitere Infomationen werden regelmäßig auf der Seite www.dekra-roadsafety.com veröffentlicht