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"Fahrradnutzung – ein positiver Trend, den es zu unterstützen gilt"

DLR-Mobilitäts-Gutachten für das Land Niedersachsen

DLR-Fachgutachten 2021 - NeueWege: Wege zur nachhaltigen Mobilität in Niedersachsen
DLR-Fachgutachten 2021 - NeueWege: Wege zur nachhaltigen Mobilität in Niedersachsen © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz hat am 25. Mai 2021 die Ergebnisse des Projektes "NeueWege: Wege zur nachhaltigen Mobilität in Niedersachsen" vorgestellt. Auch Fragen zum Radverkehr werden in dem Fachgutachten beleuchtet:

In den Handlungsempfehlungen heißt es unter anderem (Kapitel 7, ab Seite 172 ff):

[...]

Es gilt den positiven, vor allem in den Städten beobachtbaren Trend einer zunehmenden Fahrradnutzung durch den Ausbau von Infrastruktur zu unterstützten. Hierzu gehören: die Errichtung sicherer Radwege/-spuren, der Bau von Radschnellwegen, fahrradfreundliche Ampelschaltungen, die Schaffung von Aufstellbereichen für Fahrräder vor Autos an Ampeln, der Bau von Fahrradabstellanlagen und von Infrastruktur für die Verknüpfung der Fahrradnutzung mit der Nutzung anderer Verkehrsmittel. Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist vergleichsweise günstig und schnell umsetzbar. Besonders wirksam ist der Ausbau, wenn dabei bspw. Stellplätze für Pkw umgewidmet werden, da so der Druck auf Autofahrer*innen bei gleichzeitigem Ausbau von Alternativen wächst.

Der ländliche Bereich sollte von der positiven Entwicklung beim Fahrrad nicht abgehängt werden. Neben der Verbesserung der Fahrradinfrastruktur spielt hier vor allem die Verbesserung der Versorgungsinfrastruktur eine Rolle, damit Wege im Nahbereich und damit potenziell zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt werden können.

Bislang werden Pedelecs weit überwiegend von älteren Menschen genutzt. Dabei stellt bei jungen Personen vor allem der Weg zur Arbeit ein gutes, bislang kaum ausgeschöpftes Einsatzfeld für Pedelecs dar.

Das Bild der Städte ist, wie eingangs skizziert, das Ergebnis einer jahrzehntelangen autogerechten Planungspolitik. Der Umbau der Städte durch eine Umwidmung von Flächen für den ruhenden und fließenden Verkehr trägt zur Aufenthaltsqualität bei und lädt zur Nutzung der aktiven Verkehrsmodi zu Fuß und Fahrrad ein. Die konsequente Förderung vieler ineinandergreifender und sich gegenseitig unterstützender Maßnahmen können so langfristig zur Entstehung einer neuen Mobilitätskultur beitragen, bei der dem Auto eine neue, im Vergleich um Umweltverbund vor allem in den Städten nachrangige Rolle zukommt.

[...]

Zusammenfassend bedeutet dies: Mit einem Mix aus

  • ÖPNV-Förderung und Ausbau der Fahrradinfrastruktur,
  • Förderung alternativer Mobilitätskonzepte,
  • verhaltenswirksamen Maßnahmen zur Förderung der Nutzung des Umweltverbunds,
  • Abbau von Privilegien des MIV,
  • Mut zum Umbau gebauter Strukturen und zur Neuverteilung des Straßenraums für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität, die zur Nutzung aktiver Modi und des ÖPNV einladen,
  • einer breit angelegten Kommunikationsstrategie zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität und
  • der Bereitstellung erneuerbarer Energien für den verbleibenden motorisierten Verkehr
  • sowie dem Ineinandergreifen vieler Maßnahmen und dem Engagement vieler unterschiedlicher Akteur*innen

kann die Verkehrswende gelingen. Es mangelt nicht an Ideen und Konzepten, sondern vor allem an deren konsequenten Umsetzung.

Meta Infos
Stand der Information
26. Mai 2021
Weitere Informationen
Quelle
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) / Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz // Difu (A.H.)
Land
Niedersachsen
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte