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Forschung Radverkehr

Fahrradhauptstädte

Fahrräder auf der Straße
© Doris Reichel

Ob Amsterdam oder Kopenhagen, Münster oder Freiburg – es gibt eine Reihe von Städten, die viele Menschen intuitiv als "Fahrradhauptstädte" bezeichnen würden. Dort prägt das Fahrrad, genau wie zunehmend auch in vielen anderen Städten, das Straßenbild und den Alltag der Bewohner. Ein erstes wesentliches Merkmal von Fahrradhauptstädten ist also mit Sicherheit ein hoher Anteil des Radverkehrs an den zurückgelegten Wegen. Doch wodurch wird solch eine intensive Fahrradnutzung hervorgerufen und am Leben gehalten?

Vielfach wird in diesem Zusammenhang der Begriff einer "lokalen Fahrradkultur" ins Feld geführt. Dieser spiegelt zum einen die über einen langen Zeitraum gewachsenen fahrradfreundlichen Einstellungen und Gewohnheiten in der Bevölkerung wider. Zum anderen verweist er aber auch auf den besonderen Stellenwert des Radverkehrs in der kommunalen Verkehrspolitik und Stadtplanung.

In dieser Ausgabe werden einige Städte in Europa vorgestellt, die mit ihrer Politik und Planung eine besonders intensive Radverkehrsförderung betreiben. Nach dem neuen Nationalen Radverkehrsplan 2020 für Deutschland sollte der Blick jedoch nicht nur auf die etablierten "Vorreiterstädte" gerichtet sein, die seit Jahrzehnten eine professionelle Fahrradpolitik umsetzen, sondern auch auf die "Aufsteiger-Städte" und die "Einsteiger-Städte", die erfolgreich zu einer positiven Entwicklung beitragen.

Fazit:

In den internationalen Fahrradhauptstädten kommt ein breites Spektrum an politischen Strategien und planerischen Ansätzen zur Anwendung. Es lassen sich aber einige zentrale Charakteristika herausstellen, die in vielen dieser Städte zum Erfolg geführt haben. So wird z.B. Radverkehrsplanung als Teil einer integrierten Verkehrs- und Stadtplanung definiert. Dies erfordert aber zugleich konsequente Maßnahmen zur Reduktion des Pkw-Verkehrs, wie zum Beispiel eine Umverteilung des Straßenraums zugunsten des Radverkehrs, Tempolimits oder die Erhöhung von Parkgebühren. Ein solcher Umgang mit dem Themenfeld Radverkehr setzt die entsprechenden organisatorischen Strukturen und eine intensive Zusammenarbeit der verschiedenen Ressorts voraus. Eine städtische Radverkehrsstrategie bietet hier die Möglichkeit, verschiedene Akteure und Aktivitäten zusammenzubringen. Darüber hinaus gibt sie die Gelegenheit, das Thema Radverkehr in Bezug zu anderen strategisch wichtigen Zielen zu setzen, wie etwa dem Klimaschutz.

Download: for-o-03.pdf

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Hintergrund:

Deutsches Expertenwissen zum Radverkehr ist international stark gefragt. Das Fahrradportal zum Nationalen Radverkehrsplan enthält einen Fundus langjähriger Mobilitäts- und Verkehrssicherheitsforschung mit rund 4.000 Inhalten in Neuigkeiten, Veröffentlichungen, Forschungsergebnissen und Praxisbeispielen. Im internationalen Kontext ist jedoch die deutsche Sprache der Veröffentlichungen eine Zugangshürde. Auch für deutsche Kommunen ist die Sprachbarriere hinderlich, wenn sie in (englischsprachigen) Kooperationsprojekten mit EU-Förderung voneinander lernen und lokale Radverkehrsprojekte umsetzen wollen.

Alle 14 Tage wird eine Ausgabe gesondert in den Neuigkeiten beworben. Die bisher veröffentlichte Ausgaben der Reihe "Forschung Radverkehr" finden Sie auf www.nationaler-radverkehrsplan.de/transferstelle

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Zur englischsprachigen Version: Cycling Expertise: Europe’s Cycling Capital Cities

Meta Infos
Stand der Information
21. April 2013
Quelle

difu // Difu (A.H.)

Land
Deutschland
Europa / EU
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen