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Reihe "Roadshow Radverkehr" der BMVI-Stiftungsprofessuren Radverkehr

Mehr Platz für Radverkehr - Auch an den Hochschulen

Mehr Platz für den Radverkehr - Auch an den Hochschulen
Mehr Platz für den Radverkehr - Auch an den Hochschulen © Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

"Mehr Platz für Radverkehr - Auch an den Hochschulen" aus der Reihe "Roadshow Radverkehr" der BMVI-Stiftungsprofessuren Radverkehr

In einer Online-Veranstaltung an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, die im Rahmen der Reihe "Roadshow Radverkehr" der BMVI-Stiftungsprofessuren Radverkehr stattfand, wurde am 23. Juni 2021 erörtert, welche Schalthebel in der universitären Lehre benötigt werden, um die Radverkehrsplanung- und Forschung sowohl inhaltlich als auch personell deutschlandweit voranzubringen.

Die Gastgeberinnen vom Institut für Verkehrsmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften - Dr.-Ing. Sonja Machledt-Michael, Prof. Dr. Jana Kühl und Sandy Gisa - führten durch die anderthalbstündige Veranstaltung, die nun der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Nach einleitenden Sätzen der Moderatorin Dr.-Ing. Sonja Machledt-Michael beschäftigte sich die Dozentin für Stadt- und Verkehrsplanung mit Schwerpunkt Radverkehr der Hochschule Breda (NL) - Ineke Spapé - in ihrem Impulsvortrag mit den kommunikativen Aspekten der Radverkehrsförderung

Jana Kühl, Professorin für Radverkehrsmanagement an der Ostfalia, stellte die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung unter Radverkehrsexpert*innen vor. Der Titel ihres Vortrages lautete "Radverkehr mit Forschung und Lehre ins Rollen bringen. Bedarfsanalyse aus Sicht der Praxis". Die Auswertung der Umfrage zeigte, welche Kompetenzen in der Ausbildung von Radverkehrsfachleuten gefragt sind und welche Forschungsbedarfe zur Weiterentwicklung des Radverkehrs bestehen. Die Befragten stellten mehrheitlich fest, dass die Entwicklung des Radverkehrs zwar Fortschritte mache, es aber unter anderem beim Personal und am Mut zur Umsetzung mangele. Positiv Einfluss auf die Thematik könnten Medien, Influenzer*innen und engagierte Bürgerinnen nehmen. Bei zukünftigen Radverkehrsfachleuten am meisten gefragt ist, neben der Beherrschung der klassischen Planungswerkzeuge, die Fähigkeit strategische Kooperationen einzugehen und zu netzwerken. Forschungsbedarf wird vor allem bei den Themen Sicherheit, guten Lösungen und Konfliktmanagement gesehen. Radverkehrsfachleute sollten Kenntnisse von Verwaltungs- und Entscheidungsprozessen haben, Allianzen bilden können, politische Prozesse überblicken, innovative Lösungen kennen und anwenden, kommunikations- und verhandlungsstark sein sowie selbstverständlich das planerische Handwerkszeug beherrschen.

Auf den Vortrag von Frau Kühl folgte der Veranstaltungsteil "Forschungslücken rund ums Rad. Ein Dialog.", bei dem alle bereits berufenen Professorinnen und Professoren ihre Forschungsschwerpunkte vorstellten. In der Runde waren dabei: Angela Francke, Hochschule Karlsruhe // Heather Kaths, Bergische Universität Wuppertal // Dennis Knese, Frankfurt UAS // Martina Lohmeier, Hochschule RheinMain (HSRM) // Christian Rudolf, TH Wildau und Jana Kühl, Ostfalia HaW am Campus Salzgitter. Angeschnitten wurden die jeweiligen Spezialitäten aus Forschung und Lehre im Bezug auf die Bereiche Verkehrsmodellierung, Sicht der Nutzenden, gesellschaftlicher Mentalitätswandel, psychologische Aspekte der Verkehrsmittelwahl, internationaler Austausch, Intermodalität, Leuchtturmprojekte (die auch Skeptiker überzeugen), Lebenszyklen von Radverkehrsinfrastrukturen (deren Erhaltung und Betrieb den allergrößten Raum einnimmt) bzw. die damit einhergehende Pflege (Technik/Personal für Wintedienst/Grünschnitt/Reinigung). Die Frage, welche Verkehrsmittel (E-Scooter und andere Mikromobile) oder Nutzergruppen noch mitgedacht werden müssen, wurde in den Raum gestellt. Auch die Unterschiede zwischen Regionen mit und ohne Fahrradkultur - ob nun in der Stadt oder im ländlichen Raum - bedürfen größerer Beachtung. Zur Sprache kam außerdem, wie durch größere Interdisziplinarität das Fortbildungsangebot verbessert und verfeinert werden kann, denn gerade hier dienen die Lehrenden Fahrradprofessor*innen als wichtige Kataysatoren.

Fazit: Eine Veranstaltung, die es lohnt zu schauen, die einen Überblick darüber schafft wie - mithilfe einer besseren Ausbildung - tradierte Gewohnheiten durchbrochen werden können.

Meta Infos
Stand der Information
29. Juni 2021
Weitere Informationen
Quelle
Difu (A.H.)
Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte