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Vorfahrt auf der Veloroute

Änderung der Vorfahrtsregelung zugunsten der Radfahrer

Querungsstelle Hohenkamp nach der Umgestaltung mit Aufpflasterung, deutlicher Markierung und Beschilderung aus Sicht des Autofahrers
Querungsstelle Hohenkamp nach der Umgestaltung mit Aufpflasterung, deutlicher Markierung und Beschilderung aus Sicht des Autofahrers © Stadt Dorsten

In Dorsten sind die Hauptverbindungsachsen als selbständig geführte Wege für Fußgänger und Radfahrer ausgebaut. Problematisch sind dabei die Querungsstellen mit dem regulären Straßennetz. Seit 2005 werden diese Querungsstellen so umgebaut, dass die Sicherheit verbessert ist. Insgesamt ist der Umbau von acht Kreuzungspunkten geplant. Konflikt- und Gefahrensituationen sollen durch die Maßnahmen ausgeräumt und klare, übersichtliche Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer hergestellt werden. Da diese Verbindungen wichtige Wege zu Schulen und Kindertageseinrichtungen sind, ist die Notwendigkeit einer sicheren Führung besonders dringend.

Bei den betrachteten Querungsstellen handelt es sich um Kreuzungspunkte im Zuge der Hauptradwegeverbindung zwischen der Altstadt und Holsterhausen sowie um Kreuzungspunkte mit dem neuen Hammbachradweg. Nachdem der Bachlauf des Hammbaches verlegt wurde, wurde auf dem alten Bachbett quer durch den Stadtteil Holsterhausen eine attraktive und zentrale Rad- und Fußwegeverbindung hergestellt.

Eine der ersten, im November 2005 umgestalteten Querungsstellen ist die Kreuzung mit dem Hohenkamp. Als weitere Querungsstellen sollen 2006 die Kreuzung der Baldurstraße mit dem Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse Haltern-Wesel (Projektträger ist der Regionalverband Ruhrgebiet) und die Kreuzung der Baldurstraße mit dem Hauptfuß- und Radweg entlang des Knappenweges (GVFG-Maßnahme, Projektträger: Stadt Dorsten) bevorrechtigt ausgebaut werden.

Bei allen Querungsstellen kreuzen die jeweiligen selbständigen Fuß- und Radwege untergeordnete Erschließungsstraßen. Der Kraftfahrer hat derzeit an den Kreuzungsstellen Vorfahrt gegenüber den querenden Radfahrern und Radfahrerinnen. Besonders schwierig ist es für die Schulkinder, sich im Kreuzungsbereich zu orientieren und unter Beachtung des fließenden Kraftfahrzeugverkehrs die Fahrbahn zu passieren. Diese Situation wird der tatsächlichen Bedeutung der zentralen Fuß- und Radwegeachsen nicht gerecht. Um die Bedeutung der Radwegeachsen aufzuwerten und die Sicherheit besonders für Kinder zu erhöhen, sollen diese Vorfahrt gegenüber allen kreuzenden Kfz-Erschließungsstraßen bekommen. Hierdurch wird die Verantwortung zur Konfliktvermeidung dem meist älterem und geschultem Kraftfahrer übertragen. Der Grundsatz des § 3 Abs. 2a der Straßenverkehrsordnung (StVO) wird dadurch sowohl rechtlich als auch gestalterisch unterstützt: "Die Fahrzeugführer müssen sich gegenüber Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist".

Der Kraftfahrer wird durch Zeichen 205 ("Vorfahrt gewähren") mit Zusatzzeichen 1000-32 ("Radfahrer kreuzen von rechts und links") auf die Vorfahrt des Radfahrers hingewiesen. Damit dies für alle Verkehrsteilnehmer ersichtlich ist, soll die neue Verkehrsregelung auch durch bauliche Maßnahmen unterstützt werden:

  • Anrampen der Fahrbahn der Erschließungsstraße im Bereich der Querungsstelle um max. 3%.
  • Aufpflasterung der Fahrbahn der Erschließungsstraße im Bereich der Querungsstelle um 12 cm. Durch die Aufpflasterung werden die Geschwindigkeiten des Kraftverkehrs deutlich reduziert und die Aufmerksamkeit der Kraftfahrer im Querungsbereich erhöht. Fußgängern und Radfahrern wird andererseits ein komfortables niveaugleiches Queren ermöglicht.
  • Neben der Aufpflasterung ist für alle Querungsstellen auch eine Fahrbahnverengung vorgesehen, so dass eine Begegnung von Kfz im Kreuzungsbereich nicht möglich ist.
  • Der Querungsbereich wird durch roten Asphalt hervorgehoben und durch eine Radfahrfurt und Fahrradpiktogramme abmarkiert. Bei der ersten bereits umgestalteten Querung kam auch eine sog. "Sägezahnmarkierung" zum Einsatz, um die Wartepflichtigkeit des Kraftfahrers zusätzlich zu unterstreichen.
  • Die bisherigen Absperrgitter, die Fahrradfahrer an Querungsstellen abbremsen sollen, werden abgebaut.

Insgesamt sollen die dargestellten Schulwegsicherungsmaßnahmen dazu beitragen, die täglichen Wege der Kinder und Jugendlichen zu Kindergärten und Schulen sicher zu gestalten und eine angepasste Fahrweise des Kraftverkehrs im Bereich dieser Einrichtungen zu fördern.

Die Umgestaltung des ersten Kreuzungsbereich am Hohenkamp war ursprünglich bereits im Juli 2005 vorgesehen und konnte dann erst im November 2005 umgesetzt werden, da sich die Ausschreibung und Vergabe der Baumaßnahme verzögerten. Das Bauprojekt konnte als eine Folgemaßnahme der Lippedeicherhöhung und der Anhebung der Hohenkampbrücke finanziert werden. Im Zuge dieser Maßnahme musste auch die Höhenlage des Fuß- und Radweges und damit auch die Querungsstelle angepasst werden. Die zwei Querungsstellen an der Baldurstraße befinden sich in der Ausführungsplanung bzw. der Bauvorbereitung. Für die übrigen Querungsstellen wurden Bundes- und Landesfördermittel beantragt. Die Finanzierung ist jedoch nicht gesichert.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Die Maßnahme erleichtert die Fahrt des Fahrradfahrers und verändert das Rollenverhältnis (Stärke/Schwäche) im Verkehr.

Finanzierung

Finanzierung: 
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Erläuterungen: 
Die Maßnahme wurde durch den Lippeverband im Rahmen der Deichanhöhung (Hochwasserschutz Lippe) durchgeführt. Sie wurde mit Mitteln der Deutschen Steinkohle finanziert, da Bergsenkungen die Anhöhung notwendig machten.

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
  • Lippeverband
Projektbeteiligte: 
  • Stadt Dorsten

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Juli 2005
Projektende: 
November 2005

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Kommunale Ansprechpartner: 
Leiter der Verkehrsabteilung
Herr Dietmar Koch
Stadt Dorsten
Halterner Straße 5
46282 Dorsten
Telefon: +49(0)2362/66-4950
Telefax: +49(0)2362/66-5761
E-mail: dietmar.koch@dorsten.de

Meta-Info
Stand der Information
12. April 2006
Autor
Bernd Lehmann, Stadt Dorsten
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Nordrhein-Westfalen