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Wegweisung

Flächendeckendes Konzept für eine Großstadt

Beschilderung in der Innenstadt
Beschilderung in der Innenstadt © A. Merk

1. Ausgangssituation

Als Großstadt mit rund 270.000 Einwohnern und einer Fläche von gut 146km² bietet Augsburg insgesamt gute Rahmenbedingungen für den Radverkehr. Das Stadtgebiet ist relativ eben. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, beträgt die Distanz zwischen dem Stadtzentrum und den einzelnen Stadtteilen nicht mehr als 5km. Die Stadt verfügt über ein ausgebautes Radwegenetz. Allerdings sind beispielsweise im Innenstadtbereich noch einige Netzlücken vorhanden. Etwa 80% des Augsburger Straßennetzes sind als Tempo-30-Zonen ausgewiesen. Separate Radverkehrsanlagen sind hier in der Regel nicht erforderlich und die dort bestehenden Radwege wurden inzwischen zumeist in "Fußweg – Radfahrer frei" umgewandelt. Im Jahr 2003 lag der Radverkehrsanteil laut der SrV - Erhebung ("System repräsentativer Verkehrsbefragungen", durchgeführt durch die Technische Universität Dresden) bei etwa 17%.

2. Ziel und Inhalte des Projekts

Ziel des Augsburger Projektes war es, mittels Wegweisung vorhandene Lücken im Radwegenetz zunächst zu überbrücken und zusätzlich für den Radfahrer geeignete Strecken in verkehrsberuhigten Bereichen, Tempo-30-Zonen und auf Wegen mit Verkehrsbeschränkungen auch für nicht Ortskundige als Radverkehrsverbindungen erkennbar zu machen. Auf diese Weise sollte im gesamten Stadtgebiet ein lückenloses und flächendeckendes Radverkehrsnetz geschaffen werden.

Als Ergänzung zum Ausbau eines Radwegenetzes weist das Prinzip der Wegweisung für Radfahrer einige entscheidende Vorteile auf:

  • es ist kostengünstig und schnell zu realisieren
  • es verknüpft Radwege sowie Strecken ohne Radverkehrsanlagen zu einem Gesamtnetz durchgängiger Radverkehrsverbindungen und
  • es kann als Werbeträger für den Radverkehr fungieren.

Die Augsburger Wegweisung für Radfahrer wurde als zielorientiertes System gemäß dem "Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr" der Forschungsgesellschaft für Straßen –und Verkehrswesen (FGSV) von 1998 konzipiert. Alle Stadtteile wurden sowohl untereinander als auch mit dem Zentrum sowie den an das Stadtgebiet angrenzenden Umlandgemeinden verknüpft. Auf diese Weise entstand kein radiales, sondern ein engmaschiges und flächendeckendes Radverkehrsnetz.

Die bereits bestehenden sowie zwei neu entwickelte regionale touristische Radrouten und die durch Augsburg verlaufenden Radfernwege Romantische Straße, Via Claudia sowie Via Julia wurden durch entsprechende Zusatztafeln an den Hauptwegweisern und durch Logos auf den Zwischenwegweisern in die Wegweisung integriert. An mehreren Standorten im Stadtgebiet wurden zusätzlich Übersichtstafeln aufgestellt. Zusätzlich wurden im Augsburger Fahrradstadtplan, der nach der Fertigstellung der Wegweisung für Radfahrer erschien, Verbindungen mit und ohne Radwegweisung farblich unterschieden.

Insgesamt umfasst die Augsburger Wegweisung für Radfahrer ca. 2.000 Haupt- und Zwischenwegweiser, die als Komplettsystem in einem einzigen Bauabschnitt angebracht wurden.

3. Entwicklung und Durchführung des Projekts

Die Idee und erste Vorarbeiten für die Augsburger Wegweisung für Radfahrer entstanden 1998 im Rahmen einer Diplomarbeit am geographischen Institut der Universität Augsburg. Der ADFC Kreisverband Augsburg und das Fachforum Verkehr der lokalen Agenda 21 in Augsburg griffen die Idee einer Wegweisung für Radfahrer in Augsburg sehr schnell auf und trugen sie aktiv an die Stadtverwaltung heran.

Bereits Mitte 1999 beauftragte daraufhin das Tiefbauamt der Stadt Augsburg eine Vorentwurfsplanung, die Anfang 2000 abgeschlossen werden konnte. Es folgte ein Abstimmungsprozess mit der Stadtverwaltung und den Stadtratsfraktionen. Anfang 2001 war die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel gesichert, so dass die Detailplanung beauftragt werden konnte. Die Aufstellung der Wegweiser erfolgte dann im überwiegend im Frühjahr und Sommer 2002.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Hier wurde eine deutsche Großstadt erstmals in einem einzigen Realisierungsschritt flächendeckend mit einem Wegweisungssystem für Radfahrer ausgestattet. Das Beispiel läßt sich auf Städte vergleichbarer Größenordnung übertragen.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
160 000 €
Erläuterungen: 
Investition: 160.000 Euro; lfd. Kosten: 1.000 Euro

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
  • Stadt Augsburg, Tiefbauamt
Projektbeteiligte: 
  • ADFC Kreisverband Augsburg
  • Fachforum Verkehr der lokalen Agenda 21 Augsburg
  • umliegende Gemeinden
  • Planung: János Korda und Tiefbauamt

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 1999
Projektende: 
Dezember 2003
Info zur Laufzeit: 
Der Beginn der Vorentwurfsplanung erfolgte im Jahr 1999 und die Beschilderung wurde 2003 fertiggestellt. Allerdings muss laufend eine Aktualisierung und Instandhaltung statt finden.

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Herr János Korda
ADFC Kreisverband Augsburg
Vorstand Verkehrsplanung und Verkehrspolitik
Heilig-Kreuz-Str. 30
86152 Augsburg
Telefon: +49(0)821/595862
E-mail: Janos.Korda@t-online.de

Kommunale Ansprechpartner: 
Herr Anton Merk
Stadt Augsburg
Tiefbauamt, Abt. Verkehrsplanung und Neubau
Annastraße 16
86150 Augsburg
Telefon: +49/(0)821/324-7949
Telefax: +49/(0)821/324-7945
E-mail: anton.merk@augsburg.de

Meta-Info
Stand der Information
2. Juni 2006
Autor
János Korda, ADFC Kreisverband Ausburg
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Bayern